Hotel MIRA – The Peak Lodge

Wettbewerb – Sulden 2026

Geladener Wettbewerb gemeinsam mit Arch. Iwan Zanzotti zum Abbruch und Neubau des Boutiquehotel:

MIRA – The Peak Lodge

Wie ein aus dem Eis geschnittener Körper gliedert sich das Gebäude durch Furchen und Spalten – eine Architektur, die die räumliche Logik der Gletscherlandschaft in gebaute Form übersetzt.

Gletscher – Furchen – Spalten

Das Projekt MIRA – The Peak Lodge interpretiert alpine Architektur neu, inspiriert von der Landschaft der umliegenden Gletscher. Die Architektur greift deren charakteristische Formensprache auf: helle, monolithische Körper, scharf geschnittene Furchen und tiefe Spalten, die das Volumen gliedern und dem Gebäude eine prägnante Identität verleihen.
Die Fassaden erscheinen als ruhige, helle Oberfläche – vergleichbar mit einer Gletscherfläche –, in die sich tiefe Einschnitte und Loggien einschreiben. Diese Einschnitte schaffen geschützte Außenräume und rahmen zugleich gezielte Ausblicke auf die alpine Landschaft. Dunkle Balkonbänder verstärken den Kontrast zwischen Masse und Tiefe und lassen die Einschnitte als räumliche „Spalten“ lesbar werden.
Das Gebäude wird durch mehrere klar definierte Baukörper strukturiert, die durch vertikale Fugen voneinander getrennt sind. Diese Fugen erinnern an natürliche Gletscherspalten und markieren zugleich die Erschließung sowie die Übergänge zwischen öffentlichen und privaten Bereichen des Hauses.
Die geneigten Dächer sind gezielt ausgerichtet und reagieren sowohl auf das Ortsbild als auch auf die umliegende Topografie. Ihre differenzierte Orientierung ermöglicht gerichtete Ausblicke zu markanten Bergspitzen und verankert das Gebäude gleichzeitig im lokalen Kontext. So entsteht eine Dachlandschaft, die die alpine Umgebung aufnimmt und in eine prägnante architektonische Form übersetzt.

Räume öffnen sich gezielt zur Landschaft und inszenieren eindrucksvolle Blickbeziehungen zu den umliegenden Gipfeln.
Terrassen, Loggien und gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche schaffen Orte der Begegnung und des Austauschs und verbinden Innenraum und Landschaft zu einem zusammenhängenden räumlichen Erlebnis. Bewusst inszenierte „Social Spots“ machen das Hotel zu einem Ort des Austauschs und der Inspiration.
Die Architektur verbindet robuste alpine Materialität mit einer präzisen, zeitgenössischen Gestaltung. Helle mineralische Oberflächen, klare Proportionen und eine reduzierte Formensprache verleihen dem Gebäude eine ruhige, kraftvolle Präsenz im Ortsbild.

Im Inneren prägen natürliche Materialien wie Holz, Terrazzo mit heimischen Zuschlägen, Stein und warme Textilien die Atmosphäre der Räume und schaffen eine authentische Verbindung zur Region. Präzise Details und hochwertige Ausführung setzen dabei bewusst zeitgenössische Akzente.

Erdgeschoss
Das Erdgeschoss bildet die öffentliche Ebene des Hauses und den zentralen Ankunftsbereich. Hier befinden sich Eingang, Lobby und Check-in, die den ersten Kontakt der Gäste mit dem Hotel prägen.
Zudem sind im Erdgeschoss die Zufahrt zur Tiefgarage sowie die Anlieferung und logistischen Funktionen des Hotels organisiert.
Ein öffentlich zugängliches Bistro und Restaurant bildet das soziale Herz des Hauses. Als lebendiger Treffpunkt verbindet es Hotelgäste, Einheimische und Besucher und stärkt die Beziehung zwischen Gebäude und Dorf.

1. 2. 3. Obergeschoss

Die Zimmerbereiche und sind klar strukturiert organisiert.
Insgesamt umfasst das Hotel damit 26 Suiten, wodurch die bewusst überschaubare Größe des Boutiquehotels erhalten bleibt und eine persönliche Atmosphäre ermöglicht wird.
Die Zimmer öffnen sich gezielt zur Landschaft und inszenieren eindrucksvolle Blickbeziehungen zu den umliegenden Gipfeln. Terrassen, Loggien und gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche schaffen Orte der Begegnung und verbinden Innenraum und alpine Umgebung zu einem zusammenhängenden räumlichen Erlebnis.
Im 1. Obergeschoss befinden sich sechs Suiten sowie sechs Mitarbeiterzimmer mit einem gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich für das Personal.
Im 2. und 3. Obergeschoss sind jeweils neun Suiten angeordnet.

Dachgeschoss
Im Dachgeschoss befindet sich der Wellnessbereich des Hauses. Hier öffnet sich die Architektur besonders stark zur umliegenden Berglandschaft.
Ein Panoramapool, ein Saunabereich sowie großzügige Ruheräume orientieren sich gezielt zur Landschaft und schaffen einen Rückzugsort mit spektakulären Ausblicken auf die umliegenden Gipfel.
Ergänzend befinden sich hier zwei exklusive Suiten, von denen eine über einen privaten Pool verfügt. Diese besonderen Rückzugsräume bilden den architektonischen Höhepunkt des Hauses und verbinden Privatsphäre, Ausblick und alpines Erlebnis auf besondere Weise.

Untergeschosse
Die unteren Ebenen nehmen die gesamte technische und infrastrukturelle Organisation auf. Neben großzügigen Garagenflächen (insgesamt ca. 47 Stellplätze) sind hier Lager, Technikräume, Wäscherei sowie spezifische Funktionen wie Ski- und Fahrradräume und Weinkeller untergebracht. Die direkte interne Verbindung gewährleistet effiziente Abläufe ohne Störung der Gästebereiche.
Darüber hinaus sind hier auch für Gäste zugängliche Funktionen wie Skiraum und Fahrradraum untergebracht.

Städtebauliche Einbindung
Der Baukörper reagiert auf die vorhandene dörfliche Struktur und die topografische Situation entlang der Hauptstraße und des Suldenbachs. Die polygonale Grundform vermittelt zwischen den heterogenen Bestandsvolumen und schafft eine klare, eigenständige Setzung im Ortsgefüge.
Durch die Positionierung entlang der Straßenkante entsteht eine klare Adressbildung mit einem gut auffindbaren Eingangsbereich und einer funktional getrennten Zufahrt für Check-in, Garage und Zulieferung. Gleichzeitig öffnet sich das Gebäude zur landschaftlich attraktiven Seite – insbesondere in Richtung Bach und alpine Umgebung – und nutzt diese Ausrichtung gezielt für Aufenthalts- und Ausblicksqualitäten.
Die Höhenentwicklung folgt dem natürlichen Gelände: Während sich die unteren Geschosse in den Hang einschieben, staffeln sich die oberen Ebenen nach oben hin.
Durch Einschnitte, Loggien und Terrassen entstehen räumliche „Spalten“, die Licht, Ausblick und Atmosphäre tief in das Gebäude hineinführen und das konzeptionelle Leitmotiv konsequent umsetzen.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Das Projekt MIRA – The Peak Lodge verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der architektonische Qualität mit ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit verbindet. Die kompakte Gebäudestruktur, die klare Organisation der Baukörper sowie die effiziente Erschließung ermöglichen eine wirtschaftliche Umsetzung und einen optimierten Betrieb. Die bewusste Begrenzung auf 26 Suiten reduziert Flächenverbrauch und Infrastrukturaufwand und stärkt gleichzeitig das exklusive, hochwertige Angebot.
Die klare Stapelung der Funktionen sowie die Bündelung der Erschließungskerne minimieren Verkehrsflächen und ermöglichen kurze Wege im Betrieb. Die Trennung von Gäste- und Servicezonen gewährleistet eine effiziente Organisation von Housekeeping, Gastronomie und Technik und reduziert den Personal- und Betriebsaufwand nachhaltig.
Die Materialwahl orientiert sich an langlebigen, robusten und regional verfügbaren Baustoffen wie Sichtbeton, Stein, Holz und mineralischen Oberflächen. Dies gewährleistet eine hohe Lebensdauer, geringe Wartungskosten. Die reduzierte Formensprache und konstruktive Klarheit tragen zusätzlich zur Wirtschaftlichkeit in Errichtung und Betrieb bei.
Energetisch setzt das Gebäude auf eine optimierte Gebäudehülle, gezielte Ausrichtung und passive solare Gewinne. Die Einschnitte und Loggien wirken nicht nur räumlich, sondern auch klimatisch regulierend. Ergänzt wird das Konzept durch zeitgemäße Haustechnik und ressourcenschonende Energieversorgung (Fernheizung), wodurch der Energiebedarf nachhaltig reduziert wird.
Die ganzjährige Nutzbarkeit des Hotels – mit Fokus auf Winter- und Sommertourismus – sichert eine stabile Auslastung und wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Der Ganzjahresbetrieb mit Kombination aus Beherbergung, Gastronomie und Wellnessbereich ermöglicht eine saisonal unabhängige Auslastung. Gleichzeitig stärkt das öffentlich zugängliche Restaurant/Bistro im Erdgeschoss die Verbindung zum Ort und generiert zusätzliche Frequenz sowie Einnahmequellen.
Flexible Grundrisstrukturen erlauben langfristige Anpassungen an veränderte Anforderungen des Tourismusmarktes, wodurch die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes gesichert wird.
So entsteht ein Gebäude, das nicht nur gestalterisch, sondern auch in seinem Betrieb langfristig tragfähig, ressourcenschonend und zukunftsorientiert ist.